Was ist eigentlich, wenn Soziale Netzwerke die Kommunikation verändern!?

Kommunikation zählt zu den Grundlagen des menschlichen Lebens, ohne Kommunikation gäbe es keine Kultur. In der Zeit der Digitalisierung greift man eher zum Smartphone als zu einem persönlichen Besuch. Deshalb kommt die Frage auf, wie man mit den Veränderungen der Kommunikation umgehen sollte.

 

Entwicklung der Kommunikation

 

Die zwischenmenschliche Kommunikation besteht aus verschiedenen Faktoren, zum einen aus der Sprache, dem gesprochenen und geschriebenen Wort, aber zum anderen aus Gestik und Mimik, alles, mit dem wir der Botschaft Ausdruck verleihen und sie weitergeben.

 

Das Fernsehen ist ein Massenkommunikations-mittel, das Internet ist ebenfalls ein Teil der Kommunikation, sowie Telefon, Briefe und die Zeitung.

 

Die Kommunikation hat sich mit der Zeit verändert. Früher wurde nur persönlich kommuniziert, später durch Boten oder Briefe. Diese Idee entwickelte sich weiter zur Zeitung. Durch industrielle Maßnahmen entstand dann das Telefon als ein Mittel zur Kommunikation, wodurch man mit jemandem reden konnte, ohne ihn zu sehen.
Das Internet, ein Massenmedium, ist seit Mitte bis Ende des 20. Jahrhunderts nicht mehr weg denkbar aus dem Leben der Menschen. Man kann mit Hilfe des Internets einfacher und schneller mit vielen Menschen kommunizieren und somit das eigene Wissen teilen.

 

Veränderungen durch Soziale Netzwerke

 

Durch die Gründung von "Facebook" im Jahre 2004 durch Mark Zuckerberg entstand eine völlig neue Art der Kommunikation. Durch "Facebook" wurde auch das bisherige Kommunikationsmittel Internet revolutioniert. Denn viele bestehende Soziale Netzwerke bekamen durch "Facebook" einen starken Konkurrenten.
Soziale Netzwerke dienen der Kommunikation bzw. dem Austausch von Informationen mit beliebig vielen anderen. Man teilt diese mit den Menschen die zu dem Netzwerk gehören oder nur einer Auswahl von ihnen.  Jeder erstellt ein Profil, mit dem er sich selbst und seine Interessen darstellt. Zudem können Beziehungsgeflechte durch Communitys entstehen, also einzelne Gruppen, die sich auf Themen oder Interessen spezialisieren. Zudem verlagert sich die Kommunikation auf diese Sozialen Netzwerke, weil sehr viele Menschen aus dem Bekanntenkreis dort vertreten sind und man mit Hilfe der Suchfunktion auch alte Schulfreunde oder Bekannte, die in ein anderes Land gezogen sind oder welche man aus den Augen verloren hat, wieder finden kann. Auf der anderen Seite kann man auch Berufliche Kontakte pflegen, viele Firmen sind mittlerweile bei "Facebook" vertreten.

 

Auftreten Sozialer Netzwerke in Familien


Das Netzwerk "StudiVZ", begrenzt sich auf eine Gruppe, auf die Gruppe der Studenten und Studentinnen. Wenn man dort nicht Mitglied ist, ist man ein Außenseiter an der Universität, man bekommt nicht mit, wenn etwas geplant wird, eine Feier stattfindet oder man wird von den anderen ignoriert.
Dieses Schicksal hatte eine Studentin der Humboldt Universität, die dann mit ihren Eltern darüber spricht, dass sie gerne in dieses Netzwerk möchte. Jedoch zweifeln ihre Eltern an, ob es gut sei in einem Sozialen Netzwerk ein Profil zu haben, denn dadurch würde man transparent und man könne sein zukünftiges Leben aufs Spiel setzen, wenn ein Unternehmen, bei dem man sich beworben hat, das Profil und eventuelle Fotos von Feiern sehe. Damals im Jahr 2007 war den Menschen schon bewusst, was es bedeutete Informationen über sich selbst dort preiszugeben. Sie einigte sich, mit ihren Eltern darauf ein dezentes Foto und wenig Informationen zu verwenden.
Drei Jahre später sind ihr Vater sowie die Brüder bei "Facebook", dem zu dieser Zeit größten Sozialen Netzwerk mit 500 Millionen Nutzern, angemeldet.
Heute sieht der Vater die Sozialen Netzwerke nicht nur kritisch. Denn was bedeutet es, wenn sogar Angela Merkel ein Profil bei "Facebook" hat?Zudem kann man besser Kontakt über "Facebook" aufnehmen, er hat seine alten Schulfreunde aus dem Iran wiedergefunden. Außerdem sind Demonstrationen aus seinem Heimatland über "Facebook" organisiert worden. Er sieht es zum Teil als Werkzeug der Demokratie oder einem Instrument der Unterdrückten. Aber auch das Regime hat das Soziale Netzwerk genutzt, um die Anstifter und politische Gegner zu finden. Zudem hat er als Jugendhelfer viel Kontakt zu Jugendlichen, die bei ihm tanzen, denn sie haben ihm nicht mehr auf E-mails geantwortet, deshalb hat er sich bei "Facebook" angemeldet. Heute nutzt er es wie jeder Andere. Dass auch ältere Menschen sich anmelden, zeigt, dass es Mainstream wird, in "Facebook" ein Profil zu haben. Jedoch verschwendet man viel Zeit im Internet beim Durchstöbern der neusten Meldungen, die Freundschaften im Netz sind oberflächlicher, denn man hat keinen persönlichen Kontakt, sondern schreibt sich nur Nachrichten und versucht sich vor dem anderen möglichst gut zu präsentieren. Dadurch geht auch teilweise die eigene Identität verloren. Man versucht sich selbst zu inszenieren, sich besser darzustellen und so zu sein wie alle anderen.

Auswirkungen auf Jugendliche


Dieser Punkt ist gerade für junge Mädchen ausschlaggebend für die Beteiligung im Netz. Sprachwissenschaftler Martin Voigt hat dies in seiner Doktorarbeit genauer untersucht. Ihm nach nutzen die Mädchen Soziale Netzwerke als Inszenierungsplattform, die früher das Klassenzimmer darstellte. Dieses Klassenzimmer geht online, denn meistens ist die ganze Klasse dort angemeldet und es gibt eine Gruppe für die Klasse. So vermischt sich das reale, was im Klassenzimmer stattfindet, mit dem, was eventuell anschließend noch in der Gruppe im Netzwerk, im virtuellen, diskutiert wird. "Soziale Medien sind Bühnen, auf denen Mädchen sich als sozial erfolgreiche Akteurinnen inszenieren", sagt Martin Voigt sehr deutlich. Sie laden gemeinsame Bilder hoch, schreiben sich öffentlich Nachrichten, in denen sie beteuern, wie wichtig ihnen die ABF (aller beste Freundin) ist. Sie versuchen Aufmerksamkeit zu bekommen und wollen sich mit anderen Besten Freundinnen messen.
Es ist außerdem ein gewisser Schreibduktus entstanden, eine Art Jugendsprache, bei der jeder Erwachsene mit den Augen rollt, wenn er es sieht. Sie haben ihr eigenes Vokabular aufgebaut und unterhalten sowie schreiben sich in diesem neuen Stil. Beispielsweise ist der Satz "Ich liebe Dich" auch für die beste Freundin bestimmt, um ihr zu zeigen, wie wichtig sie einem ist. Dadurch, dass die Kommunikation öffentlich geworden ist, denken die Mädchen sie müssten immer die Gefühle zeigen. Durch den täglichen Gebrauch der Sprache verändert sich somit dieser Satz, er ist für die beste Freundin, da sie immer bei einem ist. Denn der Schultag heute ist wesentlich länger als er noch vor 20 Jahren war. Aber diese Sprache der jungen Menschen hat auch gewisse Strukturen. Denn wenn man ein Mädchen als "Schatz" bezeichnet, ist es ein Unterschied ob man "Schaadz" oder "Schaatzii" schreibt. Denn "Schaadz" steht für böse Mädchen, die vielleicht schon mal geraucht oder einen Freund hatten. "Schaatzii" hingegen ist für niedliche Mädchen gedacht. Martin Voigt möchte nicht sicher sagen, ob sich die Sprache insgesamt verändert, da viele nach der Pubertät zu der normalen hochdeutschen Sprache zurückkehren. Aber er ist auch der Meinung, dass durch die kommunikative Nähe der Ton zwischen Geschäftspartnern lockerer wird und die E-mails nicht im strengen Ton geschrieben seien. Nach der sprachpflegerischen Perspektive handle es sich bei der Jugendsprache nur um eine Vereinfachung und Reduzierung der grammatischen Konstruktion, die Wortvielfalt und das Ausdruckspotenzial gehen verloren. Somit haben Soziale Netzwerke und die dazugehörige Kommunikation auch Auswirkungen auf die Sprache.

 

Revolution durch „Whats App“


Soziale Webanwendungen, wie ICQ, Whats App, Facebook und Twitter sind mittlerweile fester Bestandteil im täglichen Leben.
All diese Dienste haben den Vorteil, dass man allen Kontakten oder nur ausgewählten Nachrichten schicken kann, die schnell den Empfänger erreichen und kostenlos sind. Dies ist der Vorteil gegenüber dem Brief oder einer SMS.

Die Kommunikation hatte sich auf "Facebook" verlagert, dort hat jeder Nutzer im Durchschnitt 130 "Freunde", von denen es eigentlich nur 6,6 echte Freunde im Leben sind.

"Whats App" ist durch diese Anwendungen mittlerweile die größte Konkurrenz für "Facebook" und "ICQ". Denn die App wird nur am Handy benutzt, welches man immer mit sich führt. Bei den anderen beiden Diensten gibt es sehr viele Karteileichen, denn man nimmt immer die Zahlen im Vergleich der Nutzer insgesamt, aber nicht jeder nutzt diese Anwendungen noch regelmäßig. Warum sollte man den Computer anmachen, wenn man auch alles per Handy klären kann, was immer griffbereit ist?
"Whats App" ist viel einfach zu bedienen als "Facebook" und "ICQ", man bekommt keine Werbung geschickt, sondern kann einfach nur mit den Menschen kommunizieren, mit denen man es möchte. Aber auch Eltern nutzen "Whats App" zum einen, um mit ihren Kindern zu kommunizieren, wann sie aus der Schule kommen oder geholt werden wollen, aber auch um zu kontrollieren, wann sie schlafen gehen, denn man kann bei "Whats App" sehen, wann der Nutzer zuletzt online war. Zudem besitzen nicht alle Kinder einen Vertrag, wo es egal ist, wie viele Nachrichten geschickt werden, somit reicht eine Internetflatrate aus, um mit den Kindern Kontakt aufzunehmen. Teilweise geben Lehrer auch in Klassengruppen Hilfe bei den Hausaufgaben oder, wenn es noch fragen, zur letzten Unterrichtsstunde gibt. Auch der Bundesärztekammerpräsident nutzt die App, um mit seinen Kindern zu schreiben oder mit seinen Kollegen während einer langweiligen Sitzung, wenn er jemandem etwas mitteilen will und es nicht alle hören sollen. Es werden insgesamt an einem Tag 11 Milliarden Nachrichten per "Whats App" verschickt. Diese App hat die Kommunikation grundlegend verändert, denn jeder sitzt an seinem Handy, schreibt seinen Freunden immer was man macht und teilweise schreibt man anderen, während man sich mit einer anderen Person unterhält. Dadurch wird die direkte Kommunikation stark beeinflusst.

Auswirkungen auf das Berufsleben


Durch die grundlegende Veränderung, dass Privates öffentlich wird und man sein Leben online dokumentiert und es für jeden abrufbar ist, verändert sich zum Teil auch das Leben, denn man ist Teil einer großen Gruppe. Die so vielschichtige Kommunikation, wie sie zu Beginn erläutert wurde, wird im Internet nur auf eine Textform zurückgeführt. Man kann zwar durch Smileys ausdrücken, was man fühlt, jedoch wird dies auch nicht ernst genommen.
Kommunikationsexperte Robert Spengler hat sich mit der Veränderung der Kommunikation durch Soziale Netzwerke beschäftigt.
Da fast jeder ein Smartphone hat, haben sehr viele das Internet immer bei sich, somit ist auch fast jeder in einem Sozialen Netzwerk vertreten. Durch diese ständige Anwesenheit der Sozialen Netzwerke, verbringen wir ungemerkt sehr viel Zeit damit, beispielsweise, wenn wir mit der U-Bahn fahren, auf etwas warten, in einer Schlange anstehen, aber auch in zwischenmenschlichen Gesprächen schauen wir auf unser Handy, ob wir eine Nachricht haben, oder antworten jemandem. So schwinden teilweise die sozialen Kontakte und an ihre Stelle treten virtuelle Bekannte, die wir vor die Menschen stellen, die uns im echten Leben kennenlernen. Wir sind so gefangen von den Sozialen Netzwerken, sodass es uns schwierig fällt, einen Tag ohne sie zu leben.
Aber auch im Büro holen einen die Veränderungen der Kommunikation ein. Durch die E-mailflut geht auch die Kompetenz verloren mit Kollegen, Vorgesetzten und Kunden zu sprechen. Ebenfalls hat man durch das beantworten der E-mails keine Lust mehr auf richtige Kommunikation. Zudem kann man bei E-mails aussuchen, ob oder wem man antwortet. Auch werden viele E-mails geschrieben, ohne dass sie Korrektur gelesen werden, bevor sie abgeschickt werden. Robert Sprenger bezeichnet es als "das Zeitalter der Kommunikationsrevolution", denn es wird immer mehr und schneller geschrieben. Das Gegenüber hält es oft für oberflächlich und unpersönlich und zu dem passieren auch viel mehr Fehler. Manchmal wirken Nachrichten auch widersprüchlich oder verletzend, auch wenn sie so nicht gemeint waren. Denn durch reinen Text kann man keine Gefühle ausdrücken, wie man es tun würde wenn einem der Gesprächspartner gegenübersitzt. Es gibt 100.000 nonverbale Body Tells, die den zwischenmenschlichen Dialog beeinflussen, diese bleiben bei der online Kommunikation außen vor oder werden nur verzerrt weitergegeben. Somit verlieren wir immer mehr das wirklich wichtige im Leben, die echte menschliche Kommunikation und schreiben an dessen Stelle mal schnell eine E-mail um etwas zu klären.
Zudem gibt es in vielen Unternehmen "virtuelle Teams" anstelle echter Gespräche in Gruppen oder der Teambildung. So wird die zwischenmenschliche Kommunikation unterbunden. Zudem wäre es viel einfacher, wenn Probleme face-to-face oder am Telefon geklärt werden, denn es ist einfacher, schneller, persönlicher und es gibt keine Missverständnisse. Wie wichtig persönliche Kommunikation ist, stellt man meistens erst fest, wenn man über das Gehalt diskutieren will oder ein Großprojekt planen muss, denn je weniger man persönlich kommuniziert, desto schwerer ist es in solch ernsten Situationen. Auch die nonverbale Kommunikation ist sehr wichtig, um mit Gesten im Business Erfolg zu haben, denn man kann nicht ohne nonverbale Kommunikation kommunizieren, sie gehört dazu.

 

Résumé


Oft denkt man, dass zur Kommunikation nur das Telefon und das Gespräch gehören. Aber es wird nicht vermutet, dass die Neuen Medien, wie das Internet und die Soziale Netzwerke, die Kommunikation so stark tangieren. In der Regel schreiben wir lieber eine schnelle Nachricht an unsere Freunde, anstatt auf die Idee zu kommen, sie anzurufen. Wir sind zum größten Teil schon in der Macht der Netzwerke gefangen.
Die Kommunikation ist generell durch die Sozialen Netzwerke auf der einen Seite überschwänglich geworden, auf der anderen Seite, ist es schwierig die gemeinte Botschaft so zu schreiben, dass sie bei dem Gegenüber richtig ankommt. Meistens wird durch die schriftliche und einseitige Kommunikation der Gegenüber gekränkt, aber wir sind davon so überzeugt, dass wir nicht aufhören über Kurznachrichten zu kommunizieren.
Zudem verlernt man dadurch auch die anderen Aspekte, die zu der Kommunikation gehören, wie verschiedene Ausdrucksweisen, Gesten und Verhaltensweisen.
In manchen Situationen mag die "künstliche Kommunikation" über das Internet vielleicht ganz erleichternd sein, aber auf Dauer ist es für den Menschen falsch, denn man sollte offen auf Andere zugehen können und man muss Sympathien auch lernen, wir sind als Menschen dazu gemacht zu kommunizieren, wir sollten auf unsere Instinkte und Fähigkeiten hoffen und sie nutzen und nicht nur über das Internet kommunizieren. Denn der Mensch ist seit Urzeiten dazu gemacht um sich mit anderen auszutauschen, und auch in 1. Mose steht, dass der Mensch dafür geschaffen, ist in der Gemeinschaft zu sein.
Deshalb sollten wir uns zu bemühen öfters persönlich zu kommunizieren, denn darüber freut sich jeder.